Als 1886 die Schmahl-Orgel von 1769 nicht mehr zeitgemäß war, baute die Firma Orgelbau Gebrüder Link Giengen, dem veränderten Zeitgeschmack entsprechend, eine romantische Orgel ein. Ihr Opus 123 hatte mechanische Kegelladen, 30 Register auf 2 Manualen und Pedal und ein klassizistisches Gehäuse. Die Disposition war typisch romantisch und grundtönig. Bemerkenswert an dieser Orgel war die pneumatische Barker-Maschine, die den Spieler beim vollgriffigen Spiel unterstütze. Technisch war diese Orgel ihrer Zeit voraus.
Man kann annehmen, dass die Technik relativ sicher und störungsfrei funktionierte. Im Gutachten Bornefelds von 1947 schreibt er von einer "an sich intakten Orgel", die lediglich "in musikalischer und architektonischer Hinsicht" den Erfordernissen nicht mehr entspricht. Dennoch wurde schon 1947, direkt nach dem Krieg, ein tiefgreifender Umbau vorgenommen. (Zum Vergleich: Als Ersatz für die verlorenen alten Glocken wurden erst 1949 neue gegossen und aufgehängt.) Bei dem Umbau wurden viele Teile der Orgel übernommen. Eine große Menge der Pfeifen wurde bei den nachfolgenden Umbauten immer wieder übernommen.
| I. Manual | II. Manual | Pedal |
|---|---|---|
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1. Bourdon 16' 2. Principal 8' 3. Gamba 8' 4. Flöte 8' 5. Trompete 8' 6. Gemshorn 8' 7. Gedackt 8' 8. Quinte 5 1/3' 9. Octave 4' 10. Fugara 4' 11. Flöte 4' 12. Oktave 2' 13. Mixtur 4-6fach 2 2/3' |
1. Principal 8' 2. Gedackt 8' 3. Salizional 8' 4. Äoline 8' 5. Klarinette 8' 6. Comett 5f. 8' 7. Oktave 4' 8. Traversflöte 4' 9. Dolce 4' 10. Flautino 2' |
1. Principal 16' 2. Violon 16' 3. Subbaß 16' 4. Posaune 16' 5. Oktave 8' 6. Violon 8' 7. Oktave 4' |
Über diese Orgel äußerte sich Ammon (?) am 28. Juli 1886:
"Der Dispositionsplan fand sich nach allen Einzelheiten aufs genaueste eingehalten und wurde nichts entdeckt, was etwa in der Ausführung unterblieben oder übersehen worden wäre. Im Gegenteil haben die Herren Link das Werk mit einer sehr wertvollen Pneumatik ausgestattet, wofür im Kostenvoranschlage des Sparens halber nichts aufgenommen war... Rühmlich ist die Solidität, Dauerhaftigkeit, Pünktlichkeit und Eleganz der Arbeit, in welcher alle neueren Verbesserungen sogleich beachtet und verwertet sind. Das Gleiche gilt von der Konstruktion des Werks und seiner einzelnen Bestandteile, welche den vielerfahrenen und bewährten Meister beweist...
Was die Schallkraft des ganzen Werks und die Qualität der einzelnen Stimmen anbelangt, so ist der Erfund der, dass die Gesamtschallkraft der Orgel dem Umfang des Kirchengebäudes und allen Anforderungen an Stärke und Wucht entspricht, dass der Gesamtton zugleich ein durchaus runder, voller, würdiger und kirchlicher ist, wie er eben für die Zwecke der Kirche allein entspricht. Die Prinzipale imponieren durch Macht und Kraft, die Flöten durch feines und liebliches Kolorit, die Zungen- und gemischten Stimmen durch Glanz, und es ist nichts versäumt worden, um auch in dieser Beziehung den hohen Anforderungen der Gegenwart gerecht zu werden..." (Aus der Werkchronik der Fa. Link)